Samstag, 12. Februar 2011

Unsere Tage in Jacksonville

(Anmerkung der Redaktion: Die Bilder zu diesem Artikel befinden sich noch in Bearbeitung und werden bei Gelegenheit hier an dieser Stelle nachtraeglich eingefuegt...ausserdem laeuft gerade "Lord  of the Rings" im Fernsehen.)

Wir haben Freitag. Caro geht heute mit Birgit zum Geburtstag ihrer Tochter Patricia - Frauenabend eben. Und so nutze ich die Zeit, um schon mal ein wenig was zu schreiben, später Rambo zu waschen, mit Jimmy Pizza zu essen und dann noch ein bisschen vor dem Fernseher zu entspannen. Hier bei Birgit und Jimmy gibt es HBO - wirklich toll. Ein Film nach dem Anderen, ohne Werbung, vom alten Schinken bis zum neuesten Blockbuster...wir haben uns angewöhnt, Abends immer auf der Couch zu liegen, die Füsse hochzulegen und zu relaxen.

Und dabei waren unsere Tage hier gar nicht so aufregend im Sinne von anstrengend:

Fast jeden Tag waren wir hier in Jacksonville in der Militärbasis. Jimmy hat beim Militär gearbeitet, deswegen haben die Beiden einen Pass und können damit auch Gäste mitnehmen. Und so sind wir morgens durch die Sicherheitskontrolle gefahren, an alten ausrangierten Flugzeugen vorbei, an mit hohen Zäunen gesicherten Gebäuden, vor denen sich die ein oder andere Truppe der Navy versammelt hatte, und haben - Bingo gespielt!
Nein, kein Minen-, Bomben-, oder Raketenbingo, einfach nur normales Bingo, in einem schmucklosen Raum zusammen mit vielen älteren Herrschaften aller möglichen Nationen und lediglich bewaffnet mit einem Bingo-Markierstift und unseren Bingo-Scheinen. Hört sich langweilig und spießig an? Stimmt, spießig ist es. Aber langweilig? Nein, irgendwie nicht. Das macht Spaß. Und es gibt sogar unheimlich viel zu gewinnen: Von 50 Dollar bis zu 30.000 Dollar, je nach Spiel. Jeden Tag auf`s Neue. Und es wird solange gespielt, bis irgendjemand im Saal auch gewonnen hat. Das ist ja das Gute dran. Einmal war ich nur noch eine verdammte Zahl von den 10.000 Dollar entfernt. Die Hände haben schon das Zittern angefangen. Aber bevor wir hier großartig die Regeln erklären, glaubt am Besten einfach, dass es unheimlich knapp war. Und Caro - sie hat gewonnen. 100 Dollar. Damit war unser gesamter Wocheneinsatz wieder drin und wir hatten eine Woche umsonst unseren Bingo-Spießer-Spaß auf der Navy Airbase in Jacksonville! ;-))

In St. Augustine waren wir auch ein paar Mal (liegt quasi um die Ecke), aber ohne Birgit und Jimmy. Die Stadt liegt direkt am Meer und ist die älteste Stadt der USA, gegründet im Jahre 1565. Ganz schön alt, was?
Jedenfalls haben wir uns hier ein wenig die alten Straßen und Häuser angesehen, das Flagler College, das Castillo de San Marcos und den einzig wahren sprichwörtlichen Jungbrunnen. Er befindet sich an der Stelle, an der die Spanier das erste Mal hier in Florida an Land gingen und sein Wasser soll laut Legende ewige Jugend und Gesundheit verschaffen. Nun, wir haben einen Becher aus der "Quelle" (es war eigentlich eher ein Plastikrohr, aus dem Wasser tröpfelte) genossen. Seitdem geht es uns wirklich übel...Bauchschmerzen, Schwindelgefühl, Übelkeit. Meine Haare sind grau wie Asche und meine Haut ist so faltig, dass die Falten schon Falten haben...die Knochen schmerzen und ich fühle von Minute zu Minute das Ende näher kommen...
Nein, Scherzle gemacht. Gar nix ist passiert. Sind immer noch die Alten. Nicht jünger, nicht älter. Aber - und das muss man dem Wasser wirklich zugute kommen lassen - wir hatten nach dem Becher tatsächlich weniger Durst als vorher! Wirklich ein Phänomen, dieser "Fountain of Youth". Seltsamerweise haben sehr viele überdurchschnittlich junge und gut aussehende Menschen diesen Ort besucht. Tsts - als ob die das nötig hätten!
In St. Augustine befindet sich auch eine Alligator Farm, ein sehr schön gestalteter, auf Krododile spezialisierter Zoo. Dort waren wir auch mal. Neben Albino-Krokodilen bekommt man hier sämtliche auf der Welt vorkommenden Alligator- und Krododilarten zu sehen, kann diese teilweise füttern und ab März 2011 sogar einen Hochseilparcours über den Krokodilbecken absolvieren. Schade, dass wir das verpasst haben. Hätten wir wirklich gerne gemacht (ernst gemeint).

Ja, und ansonsten waren wir wie gesagt bei Birgit und Jimmy sehr gut aufgehoben. Wir haben eine neue Eissorte, den "Blizzard" kennengelernt und dabei Wissenswertes über "Turtle Pecan Nuts" erfahren (Jimmy: "Well, they are not really turtles - they just look like them!"). Es gab einen fantastischen Südstaateneintopf, genannt "Gambo" (wieso krieg ich da bei Wikipedia als Ergebnis "Gambo ist der Name eines nicht identifizierten Kadavers eines großen Meerestieres"? Nochmal Birgit fragen, wie das hieß...), dessen Rezept wir unbedingt mit nach Deutschland bringen müssen. Jimmy bot uns an, mit seinem Quad durch den Wald zu brettern, was leider zeitlich oder wettertechnisch nicht geklappt hat. Das Angebot einer Fahrt mit seiner Harley Davidson jedoch blieb trotz unzähliger zweideutiger Andeutungen aus...
Alles in Allem haben wir eine Woche lang den amerikanischen Alltag miterleben dürfen und hatten eine Menge Spaß, informative Gespräche über das Land an sich und viele neue Eindrücke, die wir wohl auf Tour nicht erlebt hätten.

Danke für die schöne Zeit, Birgit und Jimmy!

Hm, was gibt es noch? Sonntag wollen wir weiter. Am 20. Februar ist das Daytona 500 Rennen und vier Tage später der Start des Space Shuttle, diese beiden Dinge wollen wir noch in Florida mitnehmen. Für die Zeit bis dahin haben wir uns noch Einiges rausgesucht und werden noch genug zu tun haben.
Nichts desto trotz sind wir dann auch froh, gleich nach dem Shuttlestart Florida zu verlassen und unseren Weg Richtung Westen fortzusetzen. Wir waren jetzt wirklich sehr lange in Florida und haben uns schon ein wenig mit dem Gedanken abgefunden, lange nicht die ganzen USA und lange nicht alle Nationalparks, Städte und Attraktionen sehen zu können, die wir gerne sehen würden. Eigentlich ist es gut, solange hier unten im Süden zu sein: Der Rest der USA versinkt immer noch im Schnee- und Sturmchaos und hier war es doch durchgehend ein sehr erträgliches, wenn nicht gar warmes oder heißes Klima. Aber wir haben dann schon Ende Februar, die Zeit ist unheimlich schnell verflogen, und die wirklich großen und mit Sehenswertem nur so vollgepackten Ecken kommen ja noch.

Doch bis dahin haben wir ja noch eine kleine Packung Mini-Adventures vor uns ;-))

Kommentare:

  1. Na, du kennst Gambo nicht?! tztz, schäm dich. War vielleicht ein überlebender Saurier, ich glaube der Mosasaurus war da ziemlich arg im Gespräch.
    Aber genug von Kryptozoologie, ich beherrsche das Googeln und habe herausgefunden, dass das Gericht "Gumbo" heißt ;)

    Achja, Bingo ist cool, da hätte ich auch gern mitgespielt :)
    Passt gut auf euch auf,
    nicht mehr lange bis April =)

    Steffi

    PS: Wieso ist ein Reisepass so teuer? Ab 60 Euro aufwärts.... :(

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  2. Hi! :-)

    Hab doch gewusst, dass Du den Gambo kennst! ;-) Und den Gumbo (thx) kochen wir mal, wenn wir wieder zuhause sind.
    Beim Reisepass langen die echt zu, ja...die sind verrueckt...ich schreib dir heute oder morgen mal wieder.

    LG

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