Donnerstag, 9. September 2010

Die Spannung steigt!

So - gestern haben wir endlich mit dem Konsulat in Deutschland einen Interviewtermin ausgemacht. Stattfinden wird das ganze am 20. September - drückt uns also an diesem Tag alle Daumen! ;-)

Wir haben so einen Visumsantrag schonmal ein wenig bei Freunden mitbekommen - doch erst wenn man selbst mal so etwas durchlaufen hat, kann man sich auch was drunter vorstellen. Um einen kleinen Einblick zu geben, hier mal ein paar kleine Erledigungen und was wir schließlich mit in`s Konsulat schleppen werden, um das Visum zu bekommen:

Generell kann man 90 Tage in den USA ohne Visum verbringen - soll der Urlaub länger dauern, braucht man das sogenannte B2-Visum für touristische Zwecke. Das Visum berechtigt zu einem Aufenthalt von bis zu 180 Tagen, der auch gesplittet werden kann. In dieser Zeit ist Arbeiten nicht erlaubt - eine Art "Work and Travel" wie in Australien kann man sich in den USA abschminken. Und selbst wenn man das Visum in der Tasche hat, kann einem am Flughafen dennoch die Einreise verweigert werden...
Und gleich bei der Beantragung geht es richtig zur Sache - zunächst haben wir das sogenannte Formular DS 160 ausfüllen müssen. Das ganze geschieht online und es werden neben den allgemeinen persönlichen Dingen so sinnige Fragen gestellt wie: "Waren oder sind sie in terroristischen Gruppen aktiv" oder "Haben sie Erfahrung mit dem Bau von Sprengkörpern" oder auch "Wollen sie in den USA der Prostitution nachgehen". Ja, die Amerikaner haben wirklich eine wirksame Methode gegen die Einreise von Kriminellen entwickelt!
Nein, ernsthaft - höchstwahrscheinlich handelt es sich bei diesen Fragen um Dinge, die im juristischen Sinne vor Gericht relevant werden würden...wahrheitsgemäß würde sie wohl kaum ein echter Terrorist beantworten.
Nachdem man das Formular ausgefüllt hat (dauert schon seine Zeit - um die 30-45 Minuten) und mit einem speziellen Anforderungen entsprechenden Foto (kostet auch wieder ca. 45 Euro) versehen hat, muss man bei einer Agentur in Berlin die Visumsgebühren bezahlen. In unserem Fall 115 Euro pro Visum. Bei Zahlungseingang erhält man dann eine Bestätigung.
Als nächstes geht es an den Besuchstermin beim Konsulat, den man auch online beantragen kann. Auch hier wieder: Ausfüllen, ausfüllen, ausfüllen.
Wenn man schießlich den Termin erfolgreich hinter sich gebracht hat, erhält man das begehrte Visum.
Doch genau hier liegt auch der Haken: Das wichtigste an diesem B2-Touristenvisum ist nachzuweisen, wieder nach Deutschland zurück kehren zu wollen und vor allem sich den Urlaub ohne Arbeit in den USA leisten zu können.
Und so kommt immer mehr zusammen, die Dokumente häufen sich an, und man beginnt langsam aber sicher, einen Ordner anzulegen nur um dieses verflixte Visum zu bekommen...natürlich muss auch der Reisepass nach neuesten Richtlinien gültig sein (Stichwort: Kosten) und der Führerschein international gültig (hier klingelt auch wieder die Kasse).

Kurz und bündig - folgende Dinge werden wir an diesem Tag mit uns in das Konsulat schleppen:

- Das Formular DS 160, ausgefüllt und mit einem visumstauglichen Foto, sowie die Bestätigung dazu
- Der Reisepass mit biometrischem Foto
- Die Bestätigung, dass man die Visumsgebühr überwiesen hat
- Die Bestätigung des Besuchstermins
- Ein extra Foto, welches einigen Anforderungen entsprechen muss
- Einen an uns adressierten, als Großbrief frankierten Rückumschlag, der groß genug für den Pass ist
  (wird so verlangt)
- Die Bestätigung der gebuchten Flüge (wird empfohlen im voraus zu buchen)
- Nachweise von finanziellen Mitteln (Kontoauszüge etc.)
- Nachweise von sonstigen Besitztümern, die einen an Deutschland binden
- Bestätigungen der Arbeitnehmer, dass man nach dem Urlaub wieder die Arbeit aufnehmen kann
- Einen groben Reiseplan (wird auch empfohlen)
- und alles, was wir jetzt vergessen haben und was relevant sein könnte

Insgesamt haben die Dokumente sowie die Fotos und Umstellungen alleine für uns zwei um die 500 Euro gekostet. Damit muss man rechnen, wenn man so ein Visum beantragen möchte. Ganz zu schweigen von der Fahrt nach Frankfurt etc. Im Vorfeld ist also auch schon mal einiges an finanzieller Leistung und zeitlichem Aufwand zu tätigen.

Nebenbei kümmert man sich um die Krankenversicherung in den USA, um Versicherungen für den VAN, um gesetzliche Vorschriften, um alle möglichen Rechnungen, die man 6 Monate aussetzen muss oder per Lastschrift weiter bezahlen muss und und und.
Dinge wie verschiedene Pässe (zum Beispiel ein Pass, der für ein Jahr Zutritt in alle Nationalparks der USA verschafft), sind ebenso wichtig, wenn man bedenkt, dass ein Nationalpark um die 15-20 Dollar Eintritt kostet - bei 80 Dollar für den Pass (gültig pro Fahrzeug und nicht pro Person) ist das eine lohnenswerte Anschaffung! Noch dazu kann man ihn nach dem Urlaub ja noch verscherbeln, da er nicht personengebunden ist.

Wie ihr seht, fürchterlich trockener und langweiliger Stoff. Irgendwann hängt es einem wirklich zum Hals raus. Und ein schrecklich lauer Post ist das auch noch...aber eventuell kann ja jemand diese Informationen gebrauchen.
Das sollte nur mal ein klein wenig den "Kern" darstellen, was man alles machen muss...und wenn es soweit ist, werden auch die Themen hier etwas interessanter. Versprochen! ;-)

1 Kommentar:

  1. eine menge stress...aber das wird sich alles auszahlen ;-)

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